
Kronen Zeitung
AUFSTIEGS-COACH
Mader: „Hoffe, dass sie an mir festhalten“
Austria Lustenau hat zum dritten Mal in der Clubgeschichte den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga fixiert. Während die Vorarlberger ab 1997 drei Saisonen oben blieben und ab 2022 zwei Saisonen, wird dieses Mal eine längere Etablierung im Oberhaus angepeilt. Das wird aber kein leichtes Unterfangen für den 1914 gegründeten Verein. „Die Bundesliga ist eine ganz andere Geschichte, was ganz Besonderes“, betonte Trainer Markus Mader, der noch keinen Vertrag für nächste Saison hat.
Da der 57-Jährige als erster Trainer in der Geschichte das Kunststück zustande brachte, einen Verein zweimal in die Bundesliga zu bringen, sollte eine Verlängerung aber nur Formsache sein. „Ich habe noch kein Gespräch mit dem Verein gehabt, ich hoffe, dass sie an mir festhalten. Mir taugt es extrem, ich habe die Bundesliga schon einmal erleben dürfen“, sagte Mader. Besonders „riesig“ ist bei ihm die Vorfreude auf Partien im Allianz Stadion, wenn man nicht mehr wie gegen Rapid II vor „220“, sondern gegen die Einsermannschaft vor dann „17.000“ antreten werde.
„Vom Fastabsteiger zum Aufsteiger“
Bei seinem ersten Lustenau-Engagement hatte Mader im November seiner zweiten Oberhaussaison wegen Erfolglosigkeit gehen müssen. Seit Anfang Dezember 2024 hat er aber wieder das Sagen. Die Lustenauer waren gut beraten, nach einer enttäuschenden Saison 2024/25 mit Platz zwölf auf Kontinuität am Trainerposten zu setzen. „Diese Geschichte ist unglaublich. Wir sind eigentlich als totaler Außenseiter in die Saison gestartet und auch nur ganz wenige im innersten Kreis haben geglaubt, dass es nach der letzten Saison möglich ist, so ein Husarenstück abzuliefern und vom Fastabsteiger zum Aufsteiger zu werden“, erläuterte Mader. Dass es am Ende geklappt habe, mache ihn unheimlich stolz.
Wie er jubelten auch Kapitän Matthias Maak, Pius Grabher, Domenik Schierl und Fabian Gmeiner über ihren zweiten Aufstieg im Lustenau-Dress. Das Quartett spielt seit Jahren eine tragende Rolle im SC-Dress. „Wir haben in den vergangenen zwei, drei Jahren viel Scheiße durchgemacht, das jetzt ist die Belohnung dafür, dass wir zusammengestanden und drangeblieben sind“, sagte Grabher. Seit dem Abstieg 2024 habe er davon geträumt, noch einmal Bundesligaluft schnuppern zu dürfen. „Geile Stadien, geile Vereine, es ist für die ganze Region was Besonderes. Da macht der Fußball mehr Spaß als in der 2. Liga“, meinte der 32-Jährige, der laut eigenen Angaben „in einem Fußballalter ist, wo es nicht mehr ewig geht“.
Teamfeier auf Mallorca geplant
Erfahrung hat er schon mit Lustenauer Partystunden auf Mallorca und kündigte eine Neuauflage an. „Wir werden alle zusammenkommen und die Flugpläne anschauen, wann der nächste Flieger nach Mallorca geht. Das war beim ersten Aufstieg genial und jetzt werden wir noch einmal einen draufsetzen“, sagte Grabher. Es ist jedenfalls kein neuer Trend. Erst diese Woche hatten die Kicker des WAC auf der spanischen Insel für einige Tage den Bundesliga-Klassenerhalt gefeiert.
Zuvor wurde jedenfalls in der größten Marktgemeinde Österreichs kräftig gefeiert. Zuerst auf dem Rasen, dann nach der offiziellen Meisterschild-Übergabe u.a. mit den mehr als 5.000 Fans im Austria-Dorf. Die Anhänger können auch in der Bundesliga zum Trumpf des Aufsteigers werden. Mit durchschnittlich 3.200 Fans war Lustenau im Zuschauerranking der 2. Liga die klare Nummer eins. Auch deshalb verlor die Mader-Truppe, die größtenteils vom Verletzungspech verschont blieb, zu Hause nur einmal, zehn der 16 Siege wurden dort geholt. „Die Fans und dieses Stadion machen etwas mit uns“, betonte Mader.
Wenigste Punkte in 16er-Liga reichten
Das hat auch Christian Ebenbauer mitbekommen. „Die Mannschaft hat mit Qualität, großem Einsatz und Durchhaltevermögen überzeugt und sich daher den Meistertitel absolut verdient. Mit dem neuen Stadion und dem gewohnt fußballbegeisterten Publikum wird die Austria die Bundesliga sportlich wie atmosphärisch bereichern“, sagte der Bundesliga-Vorstandsvorsitzende. Lustenau reichten 54 Punkte aus 28 Spielen, um aufzusteigen. Das ist die geringste Ausbeute seit dem Start des 16er-Liga-Formats in der Saison 2018/19. In den vergangenen Jahren hatten Wattens (65), Ried (64), Blau-Weiß Linz (63), Lustenau (70), BW Linz (61), der GAK (69) und zuletzt Ried (65) allerdings bei 30 Partien jeweils mehr als 60 Punkte geholt.
In die Karten spielte Lustenau auch, dass der SV Stripfing Mitte November aus der Liga ausgeschieden war, das 3:3 dadurch aus der Wertung genommen wurde, während die Titelkonkurrenten drei Punkte verloren. „Stripfing hat uns wieder zurückgebracht ins Spiel“, gab Maak nach einer „bei weitem nicht perfekten“ Saison zu. Da St. Pölten am Ende nur ein Zähler auf Rang eins fehlte, war der verpasste Titel für sie besonders bitter. „Mit den Punkten vom Stripfing-Spiel wären wir vorne gewesen“, ärgerte sich SKN-Tormann Christopher Knett. Während Niederösterreich auch 2026/27 nicht in der Bundesliga vertreten ist, ist es Vorarlberg doppelt. Lustenaus Budget soll sich dem Vernehmen nach im Bereich von sechs Millionen Euro bewegen.
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